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Bei Ihrem Besuch in München sollten Sie auf jeden Fall auch einen Abstecher in eines seiner lebendigen Viertel unternehmen. Eine kleine Entscheidungshilfe bieten wir Ihnen hier mit einem Kurzüberblick über unsere beliebten Viertelliebe- Stadtviertel.
Um 808 das erste Mal urkundlich erwähnt, ist Haidhausen wesentlich älter als die Münchner Altstadt. Hier wurden einst die Backsteine für die Frauenkirche gebrannt. Die Herbergshäuschen der Tagelöhner*innen haben sich am Wiener Platz und in der Preysingstraße erhalten. Kleine Handwerksbetriebe, hübsche Cafés und begrünte Hinterhöfe sorgen heute für eine dörflich pittoreske Atmosphäre.
Im sogenannten Franzosenviertel tragen die Straßen die Namen französischer Städte, die Grünanlagen am Bordeauxplatz und Weißenburger Platz wurden nach französischen Vorbildern angelegt. Am Isarhochufer entstanden über den Bierkellern die ersten Biergärten. Von diesen historischen Kellerbiergärten ist in Haidhausen noch der Hofbräukeller am Wiener Platz erhalten. Sehr lohnend ist auch ein Isar-Spaziergang vorbei am Müller‘schen Volksbad und Muffatwerk und weiter über den Mauersteg. Im angrenzenden Stadtteil Au findet dreimal im Jahr die Münchner Tradtionsveranstaltung Auer Dult statt.
Haidhausen ist ein ruhiges Wohnviertel mit alternativem Touch. Die Menschen, die hier wohnen, eint ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Modische Extravaganz wird man hier weniger finden, dafür aber Münchner*innen, die viel Wert legen auf Qualität und Nachhaltigkeit. Gerne trifft man sich im Café an der Ecke, in der Nachbarschaftswirtschaft oder beim Einkauf in einem der vielen kleinen, inhabergeführten Läden des Viertels.
Die Preysingstraße mit Herbergshäuschen und Kriechbaumhof, den Wiener Platz mit Markt, den Hofbräukeller mit Biergarten, das Müller‘sche Volksbad.
Die Maxvorstadt ist das Ergebnis der ersten Stadterweiterung Münchens im Jahr 1806. Sie ist benannt nach dem ersten bayerischen König Max I. Joseph. Zum Viertel zählen die Ludwigstraße mit ihren Prachtbauten nach römischen und florentinischen Vorbildern, der Königsplatz mit den griechischen Tempelbauten, das Kunstareal mit einer Museumslandschaft von Weltniveau und die beiden renommierten Universitäten Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und Technische Universität München (TUM). Die über 120.000 Studierenden der beiden Universitäten prägen das Leben im Viertel. Selbst Einheimische sprechen heute noch von Schwabing und meinen eigentlich die Maxvorstadt, denn hier steht die Wiege der Schwabinger Bohème. Beliebte Treffpunkte der Kunst-Szene waren Gaststätten wie der Schellingsalon und der Alte Simpl, wo man auch heute noch einkehren kann.
Das Publikum ist überwiegend jung, man trifft Studierende ebenso wie Gäste der Stadt und Kulturbeflissene, die der alten Meister wegen ins Münchner Kunstareal strömen.
Möglichst viele der Museen im Kunstareal mit den Pinakotheken, dem Museum Brandhorst, dem Lenbachhaus, dem Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst und dem NS-Dokumentationszentrum. Die „Minna Thiel“, einen ausrangierten Schienenbus vor der Hochschule für Fernsehen und Film, der zum Café und zur Partylocation umfunktioniert wurde, die Ludwigstraße, den Königsplatz und die vielen Cafés entlang der Arcis-, Türken- und Schellingstraße.
München wurde 1158 gegründet und war anfangs nur ein kleines befestigtes Oval rund um den heutigen Marienplatz. Von der Stadtmauer sind nur drei Tore erhalten, das Sendlinger-, das Neuhauser- und das Isartor. Der Verlauf des Altstadtrings markiert die Grenzen der Altstadt. In den vergangenen Jahrzehnten ist es gelungen, neue architektonische Highlights und Gestaltungselemente harmonisch zwischen die denkmalgeschützten Altbauten einzufügen. Beste Beispiele dafür sind die Ohel-Jakob-Synagoge und das Jüdische Museum am Jakobsplatz, die Einkaufspassage Fünf Höfe mit der Kunsthalle und den hängenden Gärten an der Theatinerstraße sowie die wieder aufgebaute Schrannenhalle am Viktualienmarkt. Der Alte Hof, die Residenz, das Hofbräuhaus, die Oper, das Cuvilliés-Theater, die Maximilianstraße und Geschäfte der ehemals Königlich Bayerischen Hoflieferanten zeugen von der über 700 Jahre andauernden Regentschaft der Wittelsbacher Herzöge, Kurfürsten und Könige. Viele Münchner Brauereien haben in ihren Anfängen in der Münchner Altstadt gebraut. Daran erinnert noch heute die Augustiner Bierhalle an der Neuhauser Straße.
In der Münchner Altstadt leben nicht mehr als ein Prozent aller Münchner*innen, deshalb sollte man die Frage besser so stellen: Wer ist in der Münchner Altstadt unterwegs? Unterwegs sind hier sowohl die Gäste der Stadt als auch die Einheimischen. Für viele Einheimische ist ein Einkaufsbummel über den Viktualienmarkt mit anschließendem Bier im Biergarten oder einer Fischsemmel auf die Hand Kult, genauso wie die Spezereien von Dallmayr, die man sich nicht nur zu den Feiertagen gerne gönnt. Vom Einkauf erholt man sich bei einer Einkehr in den Münchner Traditionsgaststätten im Umkreis des Münchner Doms. Eine Auszeit von Geschäftigkeit und Trubel findet man in einer der wunderbaren Kirchen in der Münchner Altstadt. Das kulturell interessierte Publikum strömt in die Kunsthalle, die Oper, die Kammerspiele, ins Residenztheater oder auch ins Literaturhaus.
Marienplatz mit Altem und Neuem Rathaus und Glockenspiel, den Alten Hof, die Residenz, die Oper, das Hofbräuhaus, das Literaturhaus, die Kirchen u.a. Frauenkirche, Peterskirche, Theatinerkirche und Michaelskirche, den Viktualienmarkt, die Maximilianstraße, Dallmayr Delikatessen, das Einkaufszentrum Fünf Höfe, die Kunsthalle, das Bier- und Oktoberfestmuseum.
Giesing ist vor allem eines: völlig unprätentiös. Das Leben in einem waschechten Arbeiterviertel hat seinen Ausdruck auch in der Architektur gefunden, etwa in der Feldmüllersiedlung in der Oberen Grasstraße, bei den Herbergshäuschen am Auer Mühlbach oder in der Sommerstraße. Das Viertel unterteilt sich in Unter- und Obergiesing. Obergiesing wurde im Jahr 790 als „Kyesinga“ erstmalig erwähnt und ist somit knapp 400 Jahre älter als München selbst. Untergiesing entstand erst im 19. und 20. Jahrhundert, als Arbeitssuchende und Tagelöhner*innen in den unteren Teil des Viertels zogen. Giesing steht für die Münchner Löwen vom TSV 1860 und ihr Stadion an der Grünwalderstraße, und es steht für Bier: Seit ein paar Jahren ist den großen Münchner Brauereien mit dem Giesinger Bräu eine echte Konkurrenz entstanden.
Giesing ist außerdem für seine hohe Dichte an sogenannten „Boazn“ bekannt – eine besondere Form der Münchner Kneipenkultur, die ein in die Jahre gekommenes gemütliches Lokal bezeichnet, das vor allem von Stammgästen und originellen Besitzer*innen lebt. Junge Betreiber*innen versuchen die Boazn-Kultur aufrecht zu erhalten und eröffnen neue hippe Adressen. An der Tegernseer Landstraße, auch liebevoll „TeLa“ genannt, isst man im Ein-Sterne-Restaurant ganz wunderbar zu Abend und trinkt danach im lässigen Biergarten vom Giesinger Grünspitz noch bis spät ein Bier. Wer zwischen Rosengarten, Auer Mühlbach und den Isarauen spazieren geht, der fühlt sich weit weg von der Stadt, obwohl man von hier ohne Probleme zum Marienplatz spazieren kann.
Giesing ist bodenständig und überhaupt nicht schick. In Giesing leben Menschen ohne Allüren. Hier geht man am Samstag mit seiner Jahreskarte ins Grünwalder Stadion, wenn 1860 München spielt, trinkt davor seine Halbe in einer der alteingesessenen Boazn und feiert danach in der bunten Tegernseer Landstraße.
Die Tegernseer Landstraße (TeLa), das Grünwalder Stadion, den Biergarten Giesinger Grünspitz, das Klein-Venedig in der Mondstraße, den Brauereigasthof Giesinger Bräu.
Im Viertel zwischen dem Westend und dem Münchner Hauptbahnhof steigen seit dem 19. Jahrhundert Reisende in den umliegenden Hotels ab, und seit den 1960er-Jahren siedelten sich hier viele Menschen mit südeuropäischen Wurzeln an. Ihre Vorfahren kamen als sogenannte „Gastarbeiter“ am Bahnhof an, um im „Wirtschaftswunderland“ der 1950er- und 60er-Jahre neue Perspektiven und bessere Lebensbedingungen zu finden. Die türkischen Supermärkte hier gelten als Geheimtipp wegen ihrer üppigen Auswahl an Obst und Gemüse. Multikulturell wie das gesamte Viertel ist auch das gastronomische Angebot. Wer eine große kulinarische Neugier mitbringt, kann hier marokkanische, algerische, syrische, libanesische, türkische, iranische und uighurische Gerichte probieren. Als kulturelles Zentrum fungiert seit Ende des 19. Jahrhunderts das Deutsche Theater zwischen Schwanthaler- und Landwehrstraße. Hier stehen internationale Musicalproduktionen auf dem Programm, aber auch Shows, Operetten und Konzerte. In der Faschingszeit verwandelt sich das Theater jedes Jahr in das größte Ballhaus der Stadt.
Das Bahnhofsviertel ist ein Schmelztiegel: türkische Supermärkte, indische Spezialitätenrestaurants, hippe Designbüros, junge Kunstschaffende und Galerien bestehen hier nebeneinander und zeigen: München ist nicht nur eine Weltstadt mit Herz, sondern auch eine Stadt von Welt.
Die bunte Vielfalt der Geschäfte, die hervorragenden Imbisse mit Street-Food-Spezialitäten von mexikanisch über uighurisch bis hin zu bayerisch, schwedisch, kroatisch, arabisch, indisch – und damit sind sicher noch nicht alle genannt, das Deutsche Theater, die St. Pauls Kirche.
Das Glockenbachviertel ist von der Innenstadt fußläufig erreichbar. Die Werkstätten des ehemaligen Handwerkerviertels wurden durch eine Vielzahl origineller Läden und Kneipen abgelöst. Im Viertel fühlt sich vor allem auch die queere Szene Münchens zuhause. Nicht umsonst befindet sich Deutschlands größte „Männersauna“, die Deutsche Eiche, mitten im Viertel. Wie sehr Homosexualität und die gesamte LGBTIQ+-Kultur heute in München Normalität sind, sieht man unter anderem an den gleichgeschlechtlichen und handhaltenden Ampelpersonen, die im Glockenbachviertel stehen und ein beliebtes Fotomotiv sind. Die kulturelle Institution ist das 1865 eröffnete Gärtnerplatztheater (das streng genommen nicht im Glockenbach-, sondern im Gärtnerplatzviertel liegt, aber von den Einheimischen wird letzteres gerne dem ersteren einverleibt). Das wahre Pfund des Viertels ist seine Nähe zu den Isarstränden. Hier kann man im Fluß baden und an lauen Sommerabenden das Nachtleben einläuten.
Dort lebt, wer noch eine erschwingliche Wohnung findet, denn das Viertel ist wegen seiner Nähe zur Innenstadt und zur Isar äußerst beliebt. Traditionell ist das Glockenbachviertel inklusive der Gegend rund um den Gärtnerplatz das Viertel, in dem queere Menschen gerne leben, arbeiten und feiern, wie in den 1980er Jahren Queen-Frontsänger Freddie Mercury oder der Filmemacher Rainer Werner Fassbinder.
Gärtnerplatz mit Gärtnerplatztheater, die renaturierte Isar, die vielen Stadtbäche, die durch das Viertel fließen, die Deutsche Eiche, in deren Restaurant und Dachterrasse auch Heteros herzlich willkommen sind, die vielen Bars, Geschäfte und Kneipen im Viertel besonders auch in der Reichenbachstraße, die Traditionsgaststätte Fraunhofer (seit 1774).
Neuhausen-Nymphenburg besticht durch seine Lage am Nymphenburger Schloss. 1664 ließ Kurfürst Ferdinand Maria den Mitteltrakt im italienischen Stil errichten. Von 1680 bis 1726 wurde er um die Seitenflügel erweitert. Der Schlosspark mit dem Kanal und den Parkburgen lädt zum Joggen und Spazierengehen ein. Im hinteren Teil wird er immer naturnaher, hier leben Rehe, Hasen, Füchse und seltene Vogelarten. Niemand kann heute mehr sagen, wo Nymphenburg endet und das bereits im Mittelalter existente Neuhausen anfängt – die beiden Quartiere sind zu einem Viertel zusammengewachsen. Im Umfeld der Auffahrtsalleen zum Schloss stehen Villen aus der Gründerzeit, in der Gegend um den Rotkreuzplatz dominieren die wohl schönsten Reihenhäuser in ganz München und Wohnblocks im Bauhaus-Stil. In der Lachner Straße befindet sich mit der Herz-Jesu-Kirche auch ein herausragendes Beispiel zeitgenössischer Architektur. Im Sommer hat man die Qual der Wahl zwischen den Biergärten Taxisgarten und Hirschgarten, wo sich die Nachbarschaft in Neuhausen-Nymphenburg genauso trifft wie Gäste aus aller Welt.
Die typische Neuhauserin und der typische Neuhauser sind Genussmenschen. Das lässt zumindest auch das Angebot an Läden, Cafés und Restaurants vermuten: Der Kaffee kommt aus kleinen unabhängigen Röstereien, Brot und Brötchen tragen das Bioland-Siegel, und einem guten Tröpfchen scheint man nicht abgeneigt. Den Sommer genießt man auf dem Balkon in der Vintage-Sitzgruppe vom Concept-Store nebenan oder in einem der Cafés und Restaurants gleich die Straße runter.
Schloss Nymphenburg, den Botanischen Garten, das Museum Mensch und Natur, das Marstallmuseum, das Museum Nymphenburger Porzellane und den Flagship Store der Manufaktur, die Biergärten Taxisgarten und Hirschgarten, die Herz-Jesu-Kirche, die vielen kleinen Läden, Cafés und Restaurants rund um den Rotkreuzplatz und vor allem in der Volkartstraße.
Durch die Auslagerung der Fleischfabrikation und des Tierhandels sind im Münchner Schlachthofviertel in den letzten 20 Jahren weite Flächen freigeworden. Genutzt werden sie für Kulturprojekte wie die Open Wall mit Graffiti entlang der Tumblingerstraße oder den „Bahnwärter Thiel“, eine Stadt bestehend aus ausrangierten Tram- und U-Bahnwägen und kunstvoll bemalten Schiffs-Containern. Fast schon legendär ist die Alte Utting, das Schiff auf der Brücke, das seine Karriere als Ausflugsdampfer auf dem Ammersee beendet hat und an dessen Deck man nicht nur an Sommertagen die Aussicht über die großstädtisch-wilde Gegend vom alten Südbahnhof bis hinüber zur Großmarkthalle genießt. Gleich um die Ecke befindet sich die „Gruam“, der wohl kleinste Nachtclub der Stadt. Mit seiner hohen Dichte an Clubs und Kneipen ist das Schlachthofviertel das inoffizielle Feierviertel der Stadt. Das neue Volkstheater passt richtig gut in die Reihe der innovativen Kulturprojekte im Viertel, zu denen auch die Kultgaststätte „Wirtshaus im Schlachthof“ zählt.
Glückspilze!, denn das Viertel ist eines der lebendigsten und originellsten der Stadt, ohne seine Bodenhaftung verloren zu haben. Die Menschen hier sorgen dafür, dass die Vielfalt erhalten bleibt. Das fängt an bei den von Anwohner*innen gepflegten Blumenbeeten auf dem Zenettiplatz und reicht bis zum Neubau des Volkstheaters, der mit seiner Fassade aus Backsteinen und der Integration historischer Gebäude seinem Standort auf dem alten Viehof-Gelände Rechnung trägt.
Die Alte Utting und den Bahnwärter Thiel, die Großmarkthalle (im Rahmen einer Führung), das neue Volkstheater, das Wirtshaus im Schlachthof, den Gasteig HP8 mit der Isarphilharmonie, die vielen Craft-Beer-Kneipen, die Open Wall mit Graffiti entlang der Tumblingerstraße.
Schwabing ist das wohl geschichtsträchtigste Viertel Münchens. Es war bereits Stadt, als es 1890 nach München eingemeindet wurde. Etwa um diese Zeit wurde es auch zum geistigen Zentrum der Kunst- und Kulturmetropole München. Hier wohnten, arbeiteten und trafen sich die Künstler*innen des Blauen Reiter. In den Salons und Cafés diskutierten und stritten Dichter und Literaten wie Frank Wedekind, Rainer Maria Rilke, Erich Mühsam und Joachim Ringelnatz. Lenin lebte ab 1900 für ein Jahr in der Kaiserstraße.
Der Jugendstil war tonangebend, viele wunderbare Häuserfassaden aus dieser Zeit sind in Schwabing erhalten geblieben. Während des Dritten Reichs formierte sich hier der Widerstand gegen das Hitler-Regime. Im Foyer der Ludwig-Maximilians-Universität erinnert heute die „Denkstätte Weiße Rose“ daran. Anfang der 1960er Jahre kam es zu den „Schwabinger Krawallen“, die wohl der Auftakt waren zur Studentenrevolte der 1970er Jahre. Rainer Langhans und Uschi Obermaier gründeten in der Giselastraße ihre „Highfish-Kommune“. Typisch für Schwabing sind seine vielen kleinen Literatur-, Theater- und Kabarett-Bühnen wie das Gasthaus Vereinsheim, das Lustspielhaus oder die Münchner Lach- und Schießgesellschaft.
„Mit der Aussage „Schwabing ist kein Ort, sondern ein Zustand“ beschrieb die Skandal-Gräfin Franziska von Reventlow vor weit über hundert Jahren einen Stadtteil, in dem viele andere, wie sie selbst, als Bohemiens lebten. Natürlich hat das Viertel sich verändert, dennoch leben hier noch immer viele (Lebens-)Künstler*innen wie Rainer Langhans, der Schriftsteller Patrick Süskind und die Filmemacherin Doris Dörrie. Daneben gilt Schwabing zusammen mit der Maxvorstadt wegen der vielen Student*innen als Hochburg der Singles.
Leopoldstraße und Siegestor, Elisabethmarkt, Englischer Garten und Biergarten am Chinesischen Turm, die Denkstätte Weiße Rose, Altschwabing mit dem Werneckschlössl, die Geschäfte entlang der Hohenzollernstraße, die mehr als ein Dutzend Jugendstilfassaden.
Das beste am Westend ist das Miteinander. Wer einmal hier gewohnt hat, kennt das: Man geht aus dem Haus und kommt keine drei Schritte weiter, weil man immer wieder jemanden trifft, mit dem man ein paar nette Worte wechselt. Das Westend ist das Gegenteil von Schickimicki. Es entstand mit der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts. In der Vergangenheit befanden sich hier inmitten der Wohnblocks zahlreiche Fabriken und sorgten für schlechte Luft. Heute sind sie begrünten Innenhöfen gewichen. Architektonisch sind hier zahlreiche Epochen vertreten, vom Backsteinbau der Augustiner Brauerei von 1880 über den 1920er Jahre Genossenschaftswohnbau und Teile des alten Messegeländes aus den 1950ern, bis hin zu Betonbauten aus den 1970er Jahren und modernen Wohnungs- und Bürogebäuden.
Im Westend leben viele junge Familien. Auf den Spielplätzen im Viertel wimmelt es nur so von Kindern. Die dazugehörigen Eltern treffen sich gerne auf einen Ratsch auf den Bänken rund um die Sandkiste. Überhaupt geht es sehr gesellig zu. Das Viertel ist bunt, mehr als 25 Nationen leben hier in bester Nachbarschaft. In den Straßen haben haben zahlreiche Kreative ihre Läden eröffnet. Viele von ihnen wohnen auch bereits um die Ecke, der Rest würde vor Begeisterung über die familiäre und kommunikative Atmosphäre sofort ins Westend ziehen.
Den Steidle Wohnturm, den Bavaria Park mit der Alten Messehalle und dem angrenzenden Biergarten, das Verkehrszentrum des Deutschen Museums – alle an der Theresienhöhe. Die Parkstraße und die Kazmairstraße mit ihren vielen Restaurants und Cafés wie dem Marais.