Herzöge, Kurfürsten und Könige: Von 1508 bis 1918 lenkten die bayerischen Herrscher von der Residenz München aus die Geschicke ihrer Untertanen.
Heute ist die Residenz das größte Innenstadtschloss Deutschlands. Stilistisch ist der über Jahrhunderte gewachsene Palast eine Mischung aus Renaissance, Barock, Rokoko und Klassizismus. Blickt man vom Max-Joseph-Platz aus auf die Residenz, wähnt man sich in Florenz: König Ludwig I. hatte nach seinem Regierungsantritt im Jahre 1825 seine Verehrung für Italien und die Renaissance in den Baustil des Königsbaus einfließen lassen. Für die Hauptfassade verarbeitete sein Lieblingsarchitekt Leo von Klenze Elemente der florentinischen Palazzi Pitti und Rucellai.
Die Höhepunkte einer Residenzbesichtigung sind der Grottenhof mit seinem zentralen Tropfsteinbrunnen sowie der beeindruckenden Muschelwand und das Antiquarium aus der Renaissance, ein wunderschöner Saal, der ursprünglich der Ausstellung antiker Skulpturen diente.
Unter Herzog Wilhem V. wurde das Antiquarium, der älteste Bauteil der Residenz, in einen Festsaal umgewandelt, wo er und später sein Sohn Maximilian I. für ihre Schauessen auf einer Empore dinierten und der Hofstaat ihnen dabei zusehen konnte. Die Ausmalungen mit Grotesken und die Deckengemälde aus der Werkstatt Peter Candids sind besonders wertvoll.
Weitere Highlights stellen der barocke Kaisersaal, die prunkvollen Reichen Zimmer aus dem Rokoko, das klassizistische Appartement von König Ludwig I. und die zwei Themenräume zu Maximilian II. Emanuel (1662–1726) dar, die zum 300. Todestag des Kurfürsten eingerichtet wurden.
Wie es sich für ein Herrscherhaus gehört, besaßen die Wittelsbacher in ihrer Münchner Residenz gleich eine ganze Kammer voller Schätze. Die Kroninsignien der bayerischen Könige und kostbare Gefäße aus luxuriösen Materialien sind ebenso darunter wie Meisterwerke der Handwerkskunst und exotische Kuriositäten. In den zehn Ausstellungsräumen der Schatzkammer im Königsbau der Münchner Residenz eröffnen sich den Gästen knapp zwei Jahrtausende Kunst- und Kulturgeschichte anhand von rund 1500 Exponaten.
In weiser Voraussicht hatte Herzog Albrecht V. von Bayern anno 1565 verfügt, dass der Familienschatz unter keinen Umständen veräußert werden dürfe. Während die Kunstwerke in früheren Zeiten nur einem ausgewählten Publikum gezeigt wurden, sind sie heute einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.
Die Residenz beherbergt außerdem das Cuvilliés-Theater des Architekten François Cuvilliés, in dem 1781 Mozarts Oper Idomeneo uraufgeführt wurde. Auch heute stehen im Cuvilliés-Theater und in der Allerheiligen-Hofkirche der Residenz musikalische Darbietungen auf dem Programm. Der sonst so ruhige Brunnenhof verwandelt sich im Sommer in eine Open-Air-Bühne und verzaubert Einheimische und Gäste der Stadt mit Konzerten verschiedenster Genres.
Gut zu wissen: Mit der München Card ist der Eintritt hier ermäßigt, mit dem City Pass ist er kostenlos. Egal, welche Karte Sie wählen, der öffentliche Nahverkehr ist in jedem Fall frei.