Jedes Jahr am 11. November um 11 Uhr 11 gibt es kein Halten mehr. Mit der Vorstellung ihrer Prinzenpaare feiern Münchens Faschingsgesellschaften den Auftakt in die närrische „fünfte Jahreszeit“. Alles über die Highlights im Münchner Fasching und seine Geschichte lesen Sie hier.
- Freiluft-Fasching und Faschingsumzug 2027
- Wirtshaus-Fasching
- Über die Faschingsbälle
- Kostüme ausleihen und kaufen
- Veranstaltungen Faschingssaison 26/27
- Kleine Geschichte des Münchner Faschings
- Narrhalla: Faschingsgesellschaft der ersten Stunde
- Über den Aschermittwoch
Ob Clownsnase, Smoking oder aufwendig gehäkeltes Ganzkörper-Bienenkostüm – jegliche Form der Verkleidung hat ihren Platz im Münchner Fasching. Gaudi und Gemütlichkeit, Tanz und Tollerei regieren die Stadt. Seit Generationen amüsiert man sich in München auf Festen und Bällen. Ein Großteil der Faschingsveranstaltungen spielt sich indoor ab, bevor der Fasching auf seinem Höhepunkt den Weg auf Münchens Straßen und Plätze findet.
Das bunte Treiben findet am Faschingsdienstag, dem 9. Februar 2027, statt und konzentriert sich rund um den Viktualienmarkt mit Musik und Tanzdarbietungen, während auf dem Marienplatz die feierliche Inthronisation des Prinzenpaares der Narrhalla am 5. Januar 2027 stattfindet. Bereits am Sonntag, dem 7. Februar 2027 zieht der große Faschingszug der Damischen Ritter gemeinsam mit der Narrhalla vom Isartor über das Rosental in die Kaufinger Straße. Am Marienplatz wird mit einem Bühnenprogramm weitergefeiert, bevor es zum Wirtshausfasching geht. Ein weiteres Highlight ist „München narrisch“, der Freiluftfasching mit Bühnenprogramm auf dem Marienplatz und am Stachus vom Faschingssonntag, 7. Februar bis Faschingsdienstag, 9. Februar 2027.
Die Marktfrauen haben einen gewissen Ehrgeiz entwickelt; während des Jahres nehmen sie professionellen Tanzunterricht zur Vorbereitung auf ihren großen Auftritt im Fasching. Undenkbar ist der Auftritt der Marktweiber ohne die Choreografie zum Kultlied des Volkssängers Weißferdl, dem „Wagen von der Linie 8“, einer Hymne auf die Münchner Trambahn voller Münchner Humor und Grant. Da bleibt kein Auge trocken!
Wenn es am Faschingsdienstag draußen kühler wird, verlagert sich das Treiben in die umliegenden Wirtshäuser. Und hier geht es bunt zu, fast so wie damals beim „Monaco Franze“, der schon in den 80ern wusste: „Es gibt Sachen im Leben und besonders im Fasching, die wenn man's nicht selber erlebt hat, glaubt man's fast selbst nicht.“
Mit dabei beim Wirtshausfasching in München sind die Innenstadtwirte Weisses Bräuhaus im Tal, Augustiner am Platzl, Hofbräuhaus, Zum Franziskaner, Restaurant Donisl, Andechser am Dom, Augustiner Klosterwirt, Augustiner Stammhaus, Hackerhaus, Schlagerbar ROY und Der Pschorr (Partykeller Alice). Viele haben auch an den anderen Faschingstagen noch weitere Veranstaltungen.
Seit einigen Jahren laden ausgewählte Betriebe der Innenstadt-Wirte am Rosenmontag zum Weißwurstessen ein – nach altem Brauch am Vormittag, denn die Weißwurst darf das Zwölf-Uhr-Läuten nicht hören. Nur ein bis zwei Euro pro Weißwurst müssen Gäste dafür berappen.
In den vergangenen Jahren waren bei der Weißwurst-Aktion zum Beispiel der Augustiner am Platzl, das Augustiner Stammhaus, das Hofbräuhaus, das Alte Hackerhaus, der Spöckmeier und der Zum Franziskaner dabei. Welche Betriebe 2027 teilnehmen, wird rechtzeitig bekanntgegeben.
2026 feierte der Weißwurstkrapfen beim Wirtshausfasching Premiere: ein Weißwurst-Patty (kreiert von Thomas Vollmer, Augustiner Stammhaus) im feinen Krapfenteig der Conditorei Kreutzkamm, verfeinert mit einer Senf-Mischung aus süßem Münchner Senf und Düsseldorfer Löwensenf. Ob der Weißwurstkrapfen auch 2027 wieder angeboten wird, geben die Münchner Innenstadtwirte rechtzeitig bekannt.
Der Münchner Fasching steht in der Tradition der Hofbälle und Redouten sowie der legendären Schwabinger Künstler- und Atelierfeste des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Heute hat jeder Verein, jede Innung und jede Gilde einen eigenen Ball. Das Spektrum ist weit gefächert. Zahlreiche Veranstaltungen – vom Künstlerfest bis zum Ball in Abendrobe – stehen zur Auswahl. Der Münchner Fasching hat viele Gesichter.
Zu Münchens Faschingshochburgen zählen das Deutsche Theater, das Hotel Bayerischer Hof und die Bierkeller Münchens wie der Löwenbräukeller und der Augustiner-Keller. Münchens Faschingsgesellschaften, allen voran die 1893 gegründete Narrhalla, Vereine und Verbände veranstalten hier festliche Galaabende, Bälle und Faschingspartys für große und kleine Faschingsfans – von der Salsa-Party beim „Pasión de Baile“ bis zum familiären Pumuckl-Ball.
Eine Übersicht über die Bälle im Deutschen Theater finden Sie hier.
Wer noch eine Verkleidung braucht und sich nicht extra etwas kaufen möchte, der findet in München auch einige Kostümverleihe wie Kostüme Breuer in Schwabing – hier kann man sich nicht nur zu Fasching eine lustige Verkleidung ausleihen, sondern auch schicke Abendgarderobe für ein besonderes Event oder Dirndl und Lederhosen zum Oktoberfest-Besuch. Wer es gruselig mag, wird zwischen Masken, Verkleidungen und jeder Menge Horror-Accessoires im Halloween Gore Store in der Müllerstraße fündig. Und der Kostümfundus treibstoff in der Maxvorstadt bietet neue und alte Unikate aus Theater- und Filmproduktionen.
Zudem finden in München das ganze Jahr über Kostümverkäufe an Theatern oder der Oper statt: So macht das Gärtnerplatztheater einmal im Jahr Platz in seinem Fundus und verkauft handgemacht Unikate und besondere Bühnenkostüme. Auch die Bayerische Staatsoper öffnet regelmäßig zum Jahresende hin ihre Kleiderschränke zum großen Kostümabverkauf. Im Münchner Theater für Kinder findet dieses Event passend zu Fasching im Februar statt!
Die Termine folgen im Verlauf des Jahres.
Weitere Informationen zum Fasching in München 2027 finden Sie auch auf www.fasching-muenchen.de.
Während in anderen Ländern und Städten Karneval gefeiert wird, nennt man ihn in München Fasching.
Das Wort Fasching entwickelte sich aus dem mittelhochdeutschen Wort „vaschanc“, was übersetzt „Fastnacht“ bedeutet - die Nacht vor dem Fasten, in der noch einmal ausgelassen gefeiert wird. Die süddeutsche, ursprünglich bairisch-österreichische Bezeichnung „Fasching“ ist daraus abgeleitet. Der Ursprung des Münchner Faschings liegt wohl in den Waffentänzen und Ritterspielen des Mittelalters. Erste urkundliche Belege gehen auf das 15. Jahrhundert zurück. Das Faschingstreiben mischte sich im Laufe der Zeit immer wieder mit lokalen Bräuchen.
„Künstlerfürst“ Franz von Lenbach (1836 bis 1904), in dessen Villa sich heute die Städtische Galerie im Lenbachhaus mit der Sammlung Blauer Reiter befindet, war bis zu seinem Tod Präsident der „Allotria“, die zum Fasching Festzüge von historischen Ausmaßen auf die Beine stellte.
Im ausgehenden 19. Jahrhundert erlebte der Münchner Fasching seine Blütezeit in Form von Künstler- und Atelierfesten, Umzügen und Gauklerbällen, die von bedeutenden Kunstschaffenden und Freigeistern der Zeit mitgetragen wurden. Epizentrum war die Schwabinger Bohème, die sich im Umfeld des 1886 eröffneten Neubaus der Akademie der Bildenden Künste niedergelassen hatte.
„Künstlerfürst“ Franz von Lenbach (1836 bis 1904), in dessen Villa sich heute die Städtische Galerie im Lenbachhaus mit der Sammlung Blauer Reiter befindet, war bis zu seinem Tod Präsident der „Allotria“, die zum Fasching Festzüge von historischen Ausmaßen auf die Beine stellte. Angesehene Künstler wie August Kaulbach entwarfen dafür Kostüme und Kulissen. Im Nachlass von Humoristen wie Wilhelm Busch und Karl Valentin und Malern wie Carl Spitzweg und Pieter Breughel haben sich Schilderungen des Faschingstreibens dieser wilden Jahre erhalten.
Im Jahre 1893 schlug mit der Gründung der ersten Faschingsgesellschaft, der Narrhalla, die Geburtsstunde für den Münchner Fasching ureigener Prägung. Neben einem Faschingszug organisierte sie anfänglich vor allem Wohltätigkeitsfeste und unterstützte somit die arme Bevölkerung. Der Plan war etwas in der Art des Kölner Karnevaltreibens auch an die Isar zu holen. Bis heute findet jedes Jahr die Krönung des neuen Prinzenpaares statt.
Im Jahre 1893 schlug mit der Gründung der ersten Faschingsgesellschaft, der Narrhalla, die Geburtsstunde für den Münchner Fasching ureigener Prägung.
Sie sind die offiziellen „Gaudimonarchen“ der Landeshauptstadt München und erhalten zu Beginn der Faschingszeit den goldenen Stadtschlüssel aus der Hand der Bürgermeister. Das soziale Engagement ist der Narrhalla nach wie vor eine Herzensangelegenheit. Dreiviertel aller Auftritte und Besuche sind in sozialen Einrichtungen wie Seniorenheimen und Pflegeeinrichtungen um Menschen, die nicht selbst am bunten Treiben des Faschings teilhaben können, Freude zu bringen.
Wenn am Faschingsdienstag um Punkt Mitternacht der Fasching mit einer humoristischen Rede zu Grabe getragen wird, beginnt mit dem Aschermittwoch die Fastenzeit. Doch auch am Aschermittwoch ist in München nicht alles vorbei. So waschen viele Einheimische an diesem Tag ihre vom Fasching leeren Geldbörsen im Fischbrunnen am Marienplatz aus.
Auch der Oberbürgermeister schließt sich dieser Tradition an und tunkt sein Stadtsäckel in den Brunnen. Die Prozedur soll dabei helfen, neues Geld in die Kassen zu spülen. Danach geht es gleich weiter zum Fischessen. In vielen Münchner Traditionsgaststätten wird auf diese Weise der Beginn der Fastenzeit „gefeiert“, die ja durchaus auch ihre Freuden hat. Denn kaum ist der Fasching vorbei, steht in München schon die Starkbierzeit vor der Tür.