Zwischennutzungen sind eine kreative Lösung, um temporär leerstehende Gebäude für unterschiedliche Zwecke zu nutzen. In München gibt es regelmäßig spannende Aktionen für alle, die die Stadt von ihrer dynamisch-kreativen Seite kennenlernen möchten. Ein ständig aktualisierter Überblick.
Leerstehende Gebäude bieten Möglichkeiten für einfallsreiche Projekte, die einen geeigneten Raum suchen. Auch sind Zwischennutzungen ein wichtiger Bestandteil der Subkultur, weil sie damit eine Ergänzung zur Hochkultur darstellen. Sie bieten meist einen niedrigschwelligen Zugang und jonglieren ihre Kunst zwischen Politik und Popkultur – München hat einige davon.
Das FLUX fällt schon von weitem ins Auge mit seinen bunt-gemusterten Häuschen und der besonderen Architektur. Auf den ersten Blick sieht es aus wie eine Filmstadt aus Pappe, aber eine, die ziemlich viel Spaß macht! Hier kann man abhängen, ohne den Zwang, etwas konsumieren zu müssen. Es gibt Sitzflächen, Dachterrassen und kuschelige Ecken. Das Experiment-Projekt neben der Pinakothek der Moderne soll ein Ort für alle sein – offen, kostenlos, einladend.
Offiziell eröffnet hat das FLUX bereits im Sommer 2025, aber seitdem verändert es sich stetig: Die Bühne lädt zu Lesungen, Performances und Konzerten ein, es finden jede Menge Workshops statt und einige Münchner Gastronom*innen haben sich hier eingenistet. Im Winter gab es in der Paloma Bar den vermutlich günstigsten Glühwein der Stadt, im Frühling eröffnet nun ein Ramen-Laden seine Türen. Kaffee und Kuchen gibt es im Ableger vom Café Münchner Freiheit, Burger und Tacos bei dem Foodtruck von The Original. Ab Ende April 2026 gibt es sogar einen Innenbereich, der sich im Wintergarten der Pinakothek befindet, wodurch das FLUX wetterunabhängig besucht werden kann.
Hinter dem Projekt steht die Pinakothek der Moderne, es ist also kein Zufall, dass die bunte Zwischennutzung an die Südseite des Museem angekoppelt ist. Für die Gestaltung war die Londoner Künstlerin Morag Myerscough verantwortlich, sie sagt zu dem Projekt: „FLUX ist ein Ort voller Farben, an dem du deiner Fantasie freien Lauf lassen kannst. Ein Ort, der dein Herz mit Freude füllt und unendlich viele Möglichkeiten bietet.“ Das Projekt ist zeitlich begrenzt, geplant ist erst einmal fünf Jahre!
Glücklicherweise gibt es das Import Export schon so lange, dass man schnell vergisst, dass es sich hier um eine Zwischennutzung handelt. Die gelebte Solidarität wird nicht nur auf der Webseite groß geschrieben, sondern vor Ort tatsächlich umgesetzt. Die vielfach geförderte Live-Location ist ein Ort, wo Kunst und Musik genreübergreifend und interdisziplinär erlebt werden – hier darf man sich nicht wundern, wenn ein Großteil des Publikums Englisch spricht.
Und nicht nur am Abend ist hier was los, tagsüber kocht ein internationales Team vegane Gerichte mit sozialer Preisspanne. Der Raum kann außerdem zum Austausch, aber auch zum Arbeiten genutzt werden, Wlan inklusive. Das Import Export befindet sich übrigens auf dem spannenden Areal des Kreativquartiers, wo nicht nur Ateliers und Büroräume angesiedelt sind, sondern immer wieder Veranstaltungen stattfinden.
In den ehemaligen Räumen des Gasteigs, einst das größte Kulturzentrum Europas, hat sich heimlich, still und leise eine fette Katze breitgemacht, die jetzt umso lauter auf der Homepage verkündet: „Ich bestimme alles!” Das klingt angriffslustig, ist aber im Detail vielmehr eine Ansage, die vielfältige Kulturszene sichtbar zu machen: Über 100 Kunstschaffende haben in den Räumen nun ein Zuhause, im Konzertsaal und der Blackbox finden Veranstaltungen statt und Partys mit DJs. Außerdem gibt es einen Comedy Club, bei dem von Montag bis Freitag drei unterschiedliche Formate auf die Bühne gebracht werden, eins davon auf Englisch.
Auf dem Dach bietet im Sommer der Kulturdachgarten nicht nur Essen und Drinks, sondern die vielleicht schönste Aussicht über München und die Alpen. Der Innenhof wird genutzt von Münchner Gastronom*innen für ihre kulinarischen Konzepte. Hier schlummert also nicht nur eine Katze, sondern auch viel Potenzial: Es ist „kreativ, vielfältig, bunt und offen für Debatten zwischen Jung und Erfahren, zwischen Kunst- und Kulturschaffenden und dem Viertel: Haidhausen”, sagen die Betreiber*innen.
Was lässt sich mit knapp 10.000 qm auf sechs Etagen anstellen? So einiges! Vor allem, wenn auch noch 6800 qm Außenbereich dazukommen. Seit 2020 betreibt das Museum of Modern and Contemporary Art (MUCA) das bislang größte Zwischennutzungsprojekt der Stadt – das Kunstlabor 2 im ehemaligen Gesundheitshaus mitten in der Maxvorstadt.
Neben einem Rahmenprogramm werden Führungen durch aktuelle Ausstellungen und Graffiti-Workshops angeboten, sogar kleine Hip Hop-Festivals finden statt. Um den Ausflug in diese interaktive Kunstwelt mit der ganzen Familie erleben zu können, gibt es auch für Kinder zugeschnittene Events sowie eine Kreativ-Werkstatt. Hier wird es definitiv niemandem langweilig!