Kaufbeuren ist historisch gewachsen und dabei lebendig geblieben. Die in der sanften Landschaft des Allgäus eingebettete Stadt gehört zu den ältesten Bayerns und überrascht mit einer Mischung aus mittelalterlichem Charme und entspannter Lebensart. Wer durch die Straßen Kaufbeurens spaziert, spürt schnell, dass Geschichte hier nicht im Museum endet, sondern bis in den Alltag reicht.

Kaufbeuren: Unsere Tipps für einen gelungenen Ausflug

- Die Ursprünge Kaufbeurens
- Sehenswürdigkeiten in Kaufbeuren
- Die Schmuckherstellung in Neugablonz
- Kaufbeuren mit Kindern beim Tänzelfest
- Anreise von München aus

 

Wo alles begann – die Ursprünge Kaufbeurens

Die Geschichte der Stadt reicht bis ins 8. Jahrhundert zurück. 740 wurde es als fränkischer Militärstützpunkt gegründet und entwickelte sich über die Jahrhunderte zu einer bedeutenden Handelsstadt. Besonders prägend war die Zeit als Freie Reichsstadt, die Kaufbeuren über 500 Jahre lang direkt dem Kaiser unterstellte. Der Wohlstand dieser Epoche hinterließ sichtbare Spuren in der Stadtstruktur und den Bauwerken.

 

Sehenswürdigkeiten in Kaufbeuren: Der Fünfknopfturm, die Stadtmauer und St. Martin

Kaufbeuren ist bekannt für seine geschlossene Altstadt, die mit Türmen und historischen Fassaden beeindruckende Sehenswürdigkeiten bietet. Zu den eindrucksvollsten Bauten zählen der Fünfknopfturm, die historische Stadtmauer und die Pfarrkirche St. Martin. Der markante Turm mit seinen fünf charakteristischen Kuppeln gilt als Wahrzeichen der Stadt und prägt seit Jahrhunderten die Silhouette der Altstadt. Teile der gut erhaltenen Stadtmauer mit ihren Türmen und Toren erzählen von Kaufbeurens Zeit als freie Reichsstadt und laden zu einem Spaziergang entlang der Geschichte ein. Mitten im Herzen Kaufbeurens erhebt sich außerdem St. Martin, eine der ältesten Kirchen Kaufbeurens mit gotischer Grundstruktur. Der imposante Bau mit seiner kunstvollen Ausstattung steht bis heute für die religiöse und kulturelle Bedeutung der Stadt.

 

Auf den Spuren der Schmuckherstellung in Neugablonz

Neugablonz erzählt ein besonderes Kapitel der Kaufbeurer Stadtgeschichte. Der Stadtteil entstand nach dem Zweiten Weltkrieg als neue Heimat für Vertriebene aus dem böhmischen Gablonz, die ihre handwerkliche Tradition mitbrachten. Aus dieser Geschichte entwickelte sich Neugablonz zu einem international bekannten Zentrum der sudetendeutschen Schmuckherstellung, dessen Ruf weit über das Allgäu hinausreichte. Noch heute sind hier viele Betriebe der Modeschmuck-Industrie ansässig und bevor Besucher*innen shoppen gehen, empfiehlt sich ein Besuch der „Erlebnisausstellung der Gablonzer Industrie”, die Einblicke ins Handwerk gibt. 

 

Kaufbeuren mit Kindern: Beim Tänzelfest wird Geschichte spielerisch erlebbar

Das Tänzelfest ist das Herzstück des Kaufbeurer Festkalenders und tief in der Identität der Stadt verankert. Als ältestes historisches Kinderfest Bayerns lässt es jedes Jahr im Sommer die Geschichte Kaufbeurens lebendig werden. Im Mittelpunkt stehen mehrere tausend Kinder und Jugendliche, die in aufwendig gestalteten historischen Kostümen durch die Altstadt ziehen und Szenen aus der Stadtgeschichte darstellen – von der mittelalterlichen Reichsstadt bis zur Zeit Kaiser Maximilians I., der Kaufbeuren besonders verbunden war. Begleitet wird das Fest von Umzügen, Musik, Tänzen, historischem Lagerleben und einem bunten Treiben in der Innenstadt. Das Tänzelfest ist dabei weit mehr als ein Volksfest: Es verbindet Generationen, bewahrt historisches Wissen und macht Geschichte auf einzigartige Weise erlebbar. Ein wunderbarer Aufhänger für einen Besuch im Allgäu.

 

Kaufbeuren ist eine Stadt der leisen Eindrücke. Kopfsteinpflaster, kleine Plätze und verwinkelte Gassen verleihen ihr eine besondere Atmosphäre. Wer hier unterwegs ist, nimmt sich Zeit – zum Schlendern, Genießen und Entdecken. Und wer ein Stück Natur mitten in der Stadt zu schätzen weiß, kann einen Spaziergang entlang der Wertach machen. Der Fluss sorgt für grüne Freiräume zum Durchatmen und verbindet Kaufbeuren mit der umliegenden Allgäuer Landschaft.

 

Kaufbeuren: Anreise von München aus

Zug ab München: ca. eine Stunde. Infos unter bahn.de

Auto: ca. 1-1,5 Stunden über die A96

 

 

Fotos: